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Autorenlesung mit Krimi-Autor Sunil Mann

8. Juni 2021

Autorenlesung mit Sunil Mann


Am 27. Mai 2021 kamen die Abschlussklassen der Sekundarstufe 1 in einen besonderen Genuss: Der bekannte Schweizer Krimi-Autor Sunil Mann reiste zur Autorenlesung an. Gefeiert wurde der Anlass aus verschiedenen Gründen. Erstmals fand wie-der ein Anlass in der Schulbibliothek statt, seit Beginn der Covid-19 Pandemie. Zu-dem durften die Jugendlichen diese Lesung als krönender Abschluss ihres Schuljah-res besuchen.
Die meisten Schülerinnen und Schüler waren noch nie an einer Autorenlesung – umso gespannter blickten sie den kommenden 90 Minuten entgegen. Sunil Mann konnte die Teilnehmer durch seine sympathische, offene Art und seine lockere Umgangs-sprache von Beginn weg in Bann ziehen. Er stellte sich kurz vor: Als Sohn indischer Eltern, aufgewachsen in Spiez, Maturabschluss am Gymnasium in Interlaken. Schreiben wollte er schon immer, und so begann er Germanistik und Psychologie zu studieren. Beide Studien brach er erfolgreich ab. Nach der abgeschlossenen Hotel-fachschule arbeitete er während rund 20 Jahren als Flugbegleiter bei der Swissair, später bei der Swiss International Airlines. Während dieser Zeit ist er dem Schreiben treu geblieben und hat neben diversen Kurzgeschichten seinen ersten Kriminalroman veröffentlicht: Fangschuss. Mit seinem Debüt gewann er 2010 prompt den Zürcher Krimipreis. Es folgten weitere Krimis, der Jugendroman «Totsch» und Kinderbücher, ebenfalls mit Unterstützungspreisen ausgezeichnet. Im Jahr 2020 erhielt Sunil Mann den Literaturpreis des Kanton Bern, für den ersten Band seiner neuen Serie mit dem Titel «Der Schwur».


Trotz seiner Bekanntheit und den vielen vorangegangenen Lesungen überzeugt Sunil Mann als nahbarer Mensch. Er liest aus seinem Buch, als würde er selbst vom Sog der Zeilen gepackt. Spannend, ernst und mit einer glaubhaften Wirkung sensibi-lisiert er Themen, welche nicht gerade leicht verdaulich sind. Etwa die Geschichte einer 14-jährigen Nigerianerin, welche sich auf die Reise nach Europa macht, in der Hoffnung auf ein besseres Leben in Wohlstand und Ansehen. Schon bald zeigt sich jedoch, dass sie keine Stelle in einem Schweizer Friseursalon erwartet, sondern in Gefangenschaft und Prostitution. Spätestens jetzt sind alle Zuhörer aufmerksam da-bei. Oder das Kapitel aus seinem neusten Werk «Das Gebot», in welchem ein junger Schweizer in Syrien radikalisiert wird. Die Aktualität der Geschichten interessiert, die Schülerinnen und Schüler stellen dem Autor verschiedene Fragen, die er breitwillig beantwortet. Einen Einblick gibt er aber auch in seinen Alltag als Autor. Erstaunt zei-gen sich die Teilnehmenden, als er erklärt, dass er an einem, im Buchhandel für CHF 18.- verkauften Taschenbuch, lediglich CHF 1.20 verdient. Und stösst damit auf Ver-ständnis, dass das Einkommen manchmal knapp und die Lesungen eine wichtige Einnahmequelle darstellen.


Die spürbare Präsenz von Sunil Mann, sowie die ungebrochene Konzentration, wel-che die Schülerinnen und Schüler dem Autor während der Doppellektion entgegen-brachten, beeindruckten auch die Lehrerinnen und Lehrer. Die Schullesung gilt als gelungener Anlass in dem durch Corona bedingten, teils stark eingeschränkten Schulbetrieb.

 

 

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